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Mann

Männliche Harninkontinenz

Die Inkontinenz des Mannes ist dabei, ihre viele Jahre bestehende Tabuisierung abzulegen. Sie wird mittlerweile als behandelbare Krankheit gesehen. Die Therapie muss die anatomischen Unterschiede, sowie die unterschiedlichen Entstehungsmechanismen der Inkontinenz beim Mann berücksichtigen. Die Behandlungskonzepte der weiblichen Inkontinenz können nicht 1:1 übernommen werden.

Prostata

Die Dranginkontinenz ist beim älteren Mann oft Ausdruck einer Restharnbildung im Zuge einer Prostatahyperplasie oder infektbedingt. Weiters findet sie sich im Verlauf von neurologischen Erkrankungen mit gestörter Detrusorfunktion, der so genannten instabilen Blase. Ebenso kann sie Ausdruck tumoröser Prozesse in der Blase oder Prostata sein. Eine urologische Abklärung ist daher dringend erforderlich. Belastungsharninkontinenz beim Mann ist oft nur als Folgeerscheinung von operativen Eingriffen an der Prostata durch Schädigung des Sphinkterapparates bzw. der Innervation zu finden. Im Vordergrund steht hierbei die Belastungsharninkontinenz nach radikaler Prostatektomie. Durch gezielte Beckenbodengymnastik lässt sich meist wieder eine zufrieden stellende Kontinenz erreichen. Manchmal bleibt jedoch eine Belastungsharninkontinenz nach einem Zeitraum von 6-12 Monaten bestehen, die einer weiteren chirurgischen Therapie bedarf.

Urodynamische Untersuchung

Sollte sich bei einer routinemäßigen urologische Kontrolle des Mannes der Verdacht auf eine Blasenentleerungsstörung stellen, besteht die Indikation zur Untersuchung mittels Urodynamik oder Blasendruckmessung.

Gründe für eine derartige Blasenentleerungsstörung: 

  • Wachstums der Prostata durch BOO* oder LUTS*
  • neurologischen Erkrankungen (Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, nach Schlaganfällen)
  • nach Unfällen (WS-Verletzungen, Beckenfrakturen)
  • nach Operationen im Bauchraum (z.B.Aortenaneurysma, Darm-Operationen, Prostataoperationen)

*BOO: Englisch; für Bladder Outled Obstruction
*LUTS: Englisch; für Lower Urinary Tract Symptoms

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